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Bulgarische Hochzeit
Dieses Jahr - Braut, nächstes Jahr- Wiege!

Der Gutbesitzer ladet Sie zu einer prachtvollen Hochzeitsfeier ein!

Szene des Ereignisses ist das ganze Dorf, und eingeladet zur einer aktiven Teilnahme sind alle Anwesende.
  Das Fest beginnt mit Auswahl der Trauzeugen und des Schwiegervaters. Diese Schlüsselfiguren werden aus den privaten Gästen auserwält. Der Bräutigam und der Trauzeuge werden rituell rasiert, indem kein einziges Haar verlorengehen muss. Man glaubt, dass wenn ein Mensch mit bösen Absichten den jungen Leute schaden möchte, kann er einen Teil von dem Bart des Bräutigams nehmen und eine Magie machen. Damit man solcher Gefahr entkommen kann, wascht man den Rasierer mit fließendem Wasser, damit jedes Übel mit dem Wasserstrahl weggeht. Nach diesem Ritual mit Gelächter, Neckereien und fröhlicher Musik, machen sich die Hochzeitsgäste auf den Weg nach dem Haus der Braut, um „eine Braut zu suchen, und vielleicht zwei“. Dort erwarten sie die Freundinen des Mädchens, die zusammen mit der Trauzeugin die typischen für dieses Ereignis Ritualen machen: der Loskauf und die Verschleierung des Mädchens- Ausdruck der Brautschüchernheit und die Demut vor dem zukünftigen Ehemann. Das Mädchen weint mit fröhlichem Zittern vor der unbekannten Zukunft einer verheirateten Frau und vorm Trauer nach dem Vaterhaus.
  Gefolgt von allen privaten Gästen, machen sich der junge Mann und die Braut auf den Weg nach dem Landgut, wo sich das Haus des Bräutigams befindet. Vor den Türen sind Hochzeitsschaukel gebunden. Von ihrem schwindelerregenden Fliegen berauscht, nimmt die Braut Abschied von ihrer Kindheit und tritt über die Schwelle ihres neuen Lebens als eine verheiratete Frau.
  Vor dem Haus des Bräutigams tätigen die Schwiegereltern solche Handlungen, für denen man glaubt, sie haben eine magische Kraft und können Gelegenheit und gegenseitige Liebe in der jungen Familie bringen. Bevor sie die Schwelle des Hauses betreten, essen alle Hochzeitsgäste Brot und Salz, damit das Leben der Jungverheirateten sättig und glücklich ist.
  Auf dem Altan in dem Landgutshaus erwartet sie eine festliche Tafel. Der Abend wird von schalkhaften Liedern und scharfen Scherzen erschallt.
  Die Zeit dreht sich zurück und die Szene verwandelt sich in jenem Anger, auf dem sich der junge Mann und das Mädchen verliebt haben und sich Versprechen gegeben haben. Er schenkt ihr einen Ring, sie steckt ihn mit einem gestickten Tuch. So loben sich die beiden vor allen Leuten und die Vorbereitung für die Hochzeit kann beginnen. In den Tagen der Verlobung näht man in dem Haus der Braut eine weiße Fahne- Symbol der Reinheit und der Unschuld, und in dem Haus des Bräutigams näht man eine rote Flagge, Ausdruck der vollblutigen männlichen Kraft. Am Hochzeitstag werden die weiße und die rote Flagge zusammengenäht, damit sich die Einheit zwischen dem Mann und der Frau befestigt.
  Unter dieser Flagge tantzt man bulgarische Horo und rhythmische Ratschenitza, bringt Trinksprüche aus und macht aufrichtige Glückwünsche…

und alle aßen, tranken und feierten!






   
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